Snapchat

Snapchat Memorys: Fluch oder Segen?

10. Juli 2016
Snapchat Memorys

Snapchat Memorys ermöglicht das Speichern von Snaps und Stories vor und nach dem Veröffentlichen innerhalb der App.

Diese Speicher-Funktion verändert Snapchat zweifelsohne. Und schon hört man Personen sagen: „Snapchat begräbt sich selbst“ oder „Snapchat gibt seinen wichtigsten USP auf“.

Ob das wirklich alles so schlimm ist oder nicht vielleicht doch ein Schritt in die richtige Richtung, will ich in diesem Artikel erläutern.

Snapchat Memorys: Warum dieses Update?

Snapchat Memorys Team Roll-OutDer Roll-Out von Snapchat Memorys ist derzeit in vollem Gang. Bis es weltweit für jeden Nutzer verfügbar ist, kann es allerdings bis zu einem Monat dauern.

Du erhältst eine Nachricht von „Team Snapchat“ (wie hier rechts), sobald es auch für dich soweit ist.

Warum nun aber dieses Update?

Das Ziel jedes Netzwerks ist es, die Nutzer an sich zu binden, sodass diese möglichst viel Zeit dort verbringen. Denn je mehr Aktivität, desto sinnvoller ist dein Snapchat Marketing und umso mehr Werbeerlöse sind für das Netzwerk möglich.

Wie du in meiner jüngsten Snapchat Infografik siehst, verbringen die Nutzer ca. 25-30 Minuten täglich in der App.

Zum Vergleich: Bei Facebook verbringen die Nutzer durchschnittlich ca. 42 Minuten pro Tag.

Wenn du nun bedenkst, dass Facebook im Gegensatz zu Snapchat auch am Desktop genutzt werden kann, ist die Nutzer-Aktivität beim „gelben Geist“ bereits bemerkenswert.

Mit „Memorys“ (und ja, man schreibt es wirklich mit „y“, ähnlich wie beim Eindeutschen von Partys oder Hobbys) zielt Snapchat natürlich darauf ab, dass die Nutzer ihre Erlebnisse künftig nur noch mit der Snapchat-App dokumentieren und auf die eigentliche Smartphone-Kamera verzichten.

Eine intelligente Suche, die Bildinhalte erkennt und damit das Suchen nach Stichwörtern oder Orten ohne vorheriges Vertaggen möglich machen soll, tut bei diesem großen Ziel ihr Übriges.

Allerdings scheint da noch etwas technischer Nachholbedarf zu herrschen:

Snapchat Memorys Suche

Screenshot: Mashable

Entweder wird also (wie bisher auch) sofort gesnappt oder erstmal in der Snapchat-Cloud „zwischengespeichert“ und ggf. später veröffentlicht. Auch eine Bearbeitung nach dem Aufnehmen des Snaps ist damit möglich!

Und ist das alles schlimm?

Mehr Nutzerbindung durch Foto-Gedächtnis?

„Ephemeros!“ – Was wie ein Zauberspruch aus Harry Potter klingt, ist in Wahrheit ein Schlüssel zu Snapchats bisherigem Erfolg.

Der Begriff stammt aus dem Mittelalter und beschrieb damals vor allem Krankheiten, die „nur 24 Stunden“ andauerten.

Es ist also eine Beschreibung von Dingen oder Umständen, die maximal einen Tag aktuell sind – so wie bisher die Snapchat-Stories.

Ändert sich das mit dem Memorys Update?

Verändert Memorys die Snapchat-Stories?

Snapchat Stories werden auch in Zukunft nur 24 Stunden für deine Abonnenten sichtbar sein. Daran ändert sich also nichts.

Jedoch kannst du nun veröffentlichte Stories innerhalb der App unter „Memorys“ speichern, sie jederzeit Freunden (mit Hilfe der Funktion „In privaten Bereich verschieben“ auch kuratiert) auf deinem Gerät zeigen oder erneut (teilweise oder komplett) für 24 Stunden veröffentlichen.

Inhalte, die älter als 24 Stunden sind, werden immer mit einem Zeitstempel versehen und in einem Rahmen dargestellt:

Snapchat Memorys Snap

So sieht ein Snap aus Memorys aus.

Mit der typischen Schwarmintelligenz von Netzwerken sind hier meines Erachtens zwei Entwicklungen möglich:

  1. Weil es die Snapchat-Nutzer nicht kennen, bleiben ältere Snaps in neuen Stories auf Grund ihrer Darstellungs-Unterschiede die Ausnahme (vermutlich die Hoffnung im Snapchat-Office) ODER
  2. Die Nutzung von Snapchat Stories ändert sich erheblich, was zu weniger Authentizität, aber mehr Kreativität führen kann.

Der Snapchat-Erfolg fußt fraglos auf der Authentizität der Inhalte. Dazu hatte ich in einem anderen Artikel mal dieses Gleichnis aufgestellt:

Snapchat Logik Freundschaft

Begräbt sich Snapchat also wirklich selbst?

Ob die neue Funktion dazu führt, dass die Nutzer in Zukunft weniger in Echtzeit snappen, weil sie ihre Erlebnisse jetzt auch zwischenspeichern können, bezweifle ich.

Dass Stories an Echtheit bzw. an Live-Charakter verlieren, weil vergangene Momente mit untergemischt werden können, liegt auf der Hand. Aber fördert genau diese Option nicht auch die Kreativität der Nutzer? Und regt damit zu noch mehr Stories an? Und überhaupt:

Kreativere Stories = mehr Zuschauer-Aktivität

Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Nutzung von Snapchat Memorys einbürgert.

Mehr Chat, weniger Snap…

Auf jeden Fall bedeutet die Speicherfunktion eine Chance für Snapchat, sich wieder mehr auf das CHAT in seinem Namen zu besinnen.

Auch mit Blick auf das große Update der Chat-Funktionen vor einigen Monaten könnte Snapchat damit zu einer „All-in-one-Chat-App“ werden – ein echter Angriff auf WhatsApp also.

Und damit wäre Snapchat die erste Kommunikations-App, die es schafft, die Nutzung von Sprache, Video, Foto und Text gleichermaßen zu vereinen.

In diesem: Happy Snapping! Und lass mich in den Kommentare oder per E-Mail gern wissen, wie du über diese Thematik denkst…

Und gern kannst du mich als axelahoi natürlich auch bei Snapchat adden:

Snapchat axelahoi

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