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10+ Social Media Perlen auf deutsch: Wenn Marken Gespräche führen

13. Oktober 2016
Social Media Perlen deutsch Marken

Immer (mal) wieder tun sich deutsche Marken positiv in den sozialen Netzwerken hervor, indem sie sich an Gesprächen beteiligen oder welche initiieren.

Das ist zwar eigentlich die Hauptaufgabe in Sachen Social Media, aber nun gut…

Jüngst hat der Discounter Lidl in seiner aktuellen Crossmedia-Kampagne („Du hast die Wahl“) angepriesen, dass man für den Preis einer Leibniz-Packung gleich zwei Keks-Packungen der Eigenmarke bekommt.

Nun fühlte sich Leibniz offensichtlich auf den Keks getreten und produzierte mit folgendem Facebook-Posting eine charmante Diskussion mit Lidl und „Keks-Buddy“ PICK UP! (ist ebenfalls aus dem Hause Bahlsen – so wie eigentlich auch die günstige Lidl-Variante, aber psst…):

1) Leibnitz vs. Lidl (feat. PICK UP!)

Social Media Leibniz Lidl PICK UP

Die Nutzer stimmten fleißig mit ein, die Kommentare reichen von „Leider geil…der Punkt geht an Lidl“ über „Dieser Moment, wenn PICK UP! alles zerstört“ bis „Kein anderer Butterkeks kommt an Leibniz ran“.

Genau DAS will man als Marke – und zwar nicht nur in den sozialen Netzwerken: Personen, die positiv über mich sprechen und mich unter Umständen sogar verteidigen.

Social Media als Marke: Haltung ist das Stichwort!

An dieser Stelle passt mal wieder mein Credo und Appell: Social Media ist KEIN Kanal, sondern eine Haltung.

Oder anders gesagt: Es geht nicht darum, Social Media „zu haben“, sondern darum, Social Media „zu sein“. (Wenn du weitere Erklärungen benötigst, wende dich vertrauensvoll an mich – denn mich kann man buchen.)

Die folgenden Liste zeigt, dass eine solche Haltung in wenigen Zeilen oder mit nur einem Emoji in der Kommentarspalte deutlicher wird, als in 17 weiteren interaktiven Facebook-Gewinnspielen.

2) BILD vs. Facebook-Nutzer (feat. SPIEGEL ONLINE)

BILD SPIEGEL ONLINE Facebook Diskussion

Einer der weiteren Top-Kommentare eines Nutzers unter diesem Wortgefecht: „Bild gegen Spiegel, das wird sicher jetzt auch bei sternTV am Mittwoch diskutiert“

Und zwei mal darfst du raten, welche Medienmarke darauf nicht angesprungen ist. Schade, das war eine Steilvorlage…

Eine solche Vorlage nutzten hingegen (fast schon zu) viele Medienmarken bei der nächsten Social Media Perle:

3) SPIEGEL ONLINE vs. „Rest der Medienwelt“

Spiegel Vice Süddeutsche Facebook witzig

Und wo wir gerade beim Medienmarken-Battle in den sozialen Netzwerken sind – hier folgt eines meiner persönlichen Highlights:

4) RTL vs. ARTE

Kurze Vorgeschichte: Ein Twitter-Nutzer hatte sich über die vielen Werbepausen des Privatsenders RTL beklagt.

Darauf folgte ein Tweet des RTL-Accounts und eine Glanzleistung des Spartensenders ARTE als Antwort auf die neckische RLT-Anspielung:

RTL vs ARTE Twitter Beef

Diese Ein-Wort-Antwort brachte ARTE mindestens 23.000 Sympathiepunkte ein.

5 Tipps, um deine Facebook-Reichweite zu erhöhen

5) „Tattoofrei“ vs. Sparkasse

Apropos Sympathiepunkte: Nachdem die (sehr empfehlenswerte, weil kreativ-unterhaltsame) Satire-Seite „Tattoofrei – Es ist schön, keine Tattoos zu haben“ bei der Sparkasse auf die Pinnwand postete, häuften sich die satirischen Nutzer-Kommentare.

Und kein einziges Wort, sondern lediglich eine dicke Katze mit Popcorn (das Symbolbild für unterhaltsame Kommentarspalten) katapultierte den Finanzdienstleister in die hohe Gunst einiger „Tattoo-Hasser“ – und brachte ca. 921 Personen auf den Gedanken, die Bank zu wechseln:

Sparkasse Tattoofrei Facebook Konveration

„… alleine für diesen Kommentar.“, würde der Nutzer wieder ein Konto bei der Sparkasse eröffnen.

Ja, liebe Unternehmen, so einfach kann es gehen, wenn man fähige Social Media-Teams hat und ihnen vertraut. So einfach! (Hier könnt ihr mich dafür buchen…)

6) „Tattoofrei“ vs. McDonalds

Wenige Tage vor dieser Sparkassen-Provokation (und deshalb zum zweiten Mal in dieser Liste), forderte die Satire-Seite „Tattoofrei“ bereits die deutsche Social Media-Redaktion der Fast-Food-Kette McDonalds zu einem sympathischen Kommentar heraus:

Tattoofrei McDonalds Facebook

„Jetzt gehe ich da doch wieder essen“: Ja, so einfach kann es gehen, wenn… (siehe oben)

Unter dem selben Facebook-Posting entstand übrigens noch folgender gelungener Konter der Burger-Marke, den ich hier mal als „6a“ aufliste:

6a) Facebook-Nutzer vs. McDonalds

Facebook McDonalds witzig

Vielleicht kommt jetzt dieser eine Kunde wirklich nie wieder in eine deutsche McDonalds-Filiale. Aber mindestens 376 Personen gefällt, dass sie ihn dort beim nächsten Besuch nicht treffen.

7) Twitter-Nutzer VS. Postbank (feat. Sparkasse)

Ebenfalls nie wieder eine Filiale betreten – in diesem Fall der Postbank – wird wohl der Chefredakteur des E-Sports-Senders ESL TV Joe Miller.

Die auf Twitter entstandene Konversation ist aus Sicht der Postbank nicht gerade eine Perle, aber in kurzer Version ein Punktsieg für den oben schon mal gelobten Konkurrenten Sparkasse:

Joe Miller Postbank Sparkasse Twitter

Achtung, die nächste butterweiche Überleitung in dieser Liste:

Apropos Punktsieg: Wie du vielleicht weißt, bin ich Inhaber einer Agentur für Storytelling im Profi-Sport.

Und im dortigen Tagesgeschäft fallen einige Player mit witzigen Reaktionen oder ganzen Konversationen auf.

Leider sind das meist „nur“ Vereine. Aber eben damit auch die SpielerInnen mehr Mut zur Social Media-Kommunikation haben, sind wir mit XXONE sports angetreten… 😉

Hier das erste Schmankerl aus der abgelaufenen Fußball-Bundesliga Saison 2015/2016:

8) Schalke 04 feat. Hannover 96

Es war die Spielzeit, in der Hannover 96 am Ende den Gang in die zweite Liga antreten musste.

Aber schon zuvor ging man gut mit der drohenden Gefahr um, meldete sich nach einem Auswärtsspiel bei Schalke 04 via Twitter wie folgt zu Wort:

Schalke 04 Hannover 96 Twitter Licht

Nur wenige Wochen später ergab sich eine weitere sympathische Konversation dreier Fußball-Bundesliga-Clubs:

9) FSV Mainz 05 feat. Borussia Dortmund VS. Bayern München

Zur Vorgeschichte: Der „Karnevalsverein“ Mainz 05 gewann Anfang März 2016 sehr überraschend mit 2:1 gegen den FC Bayern München.

Dass die Mainzer (nicht nur wegen eines offensichtlichen „Trainer-Abkommens“) gut mit den Dortmundern klar kommen, ist hinlänglich bekannt.

Daher also die amüsante Aufforderung mittels GIF-Animation, es ihnen doch bitte in ihrem Spiel gegen die Bayern gleichzutun.

Und ein GIF-Tweet der „angegriffenen“ Bayern ließ natürlich nicht lang auf sich warten:

Mainz 05 BVB FC Bayern Twitter

10) Netflix vs. Twitter-Nutzer

Diese Liste möchte ich vorerst mit einer zwar etwas längeren, aber sehr amüsanten Twitter-Konversation von Netflix und einem Twitter-Nutzer abschließen.

Hier geht es um Customer Relationship Management im wahrsten Wortsinne. Also schnapp‘ dir dein Popcorn und genieße diese Social Media Perle:

Netflix Twitter Beziehung


Und die Moral von der Geschicht’…

Nun haben wir zehn amüsante Perlen deutscher Social-Media-Redaktionen gelesen. Und was lernen wir daraus?

  • 1. Nimm dich selbst nicht zu ernst
    Wenn McDonalds bloß eine standardisierte Antwort auf den Vorwurf von Baby-Verkäufen veröffentlicht hätte (oder im schlimmsten Fall gar nicht reagiert hätte), gäbe es vermutlich keinen so großen Zuspruch für den Top-Kommentar. Sarkasmus und Ironie sind manchmal unschlagbare Werkzeuge für gelungene Social-Media-Arbeit.
  • 2. Spiele nach geltenden Netzwerk-Regeln
    Jedes Netzwerk hat seine eigenen Regeln. Kenne sie und spiele nach ihnen. Ich hoffe, das heutzutage auch das letzte digitalisierte Unternehmen ihre Facebook-Postings NICHT mehr bei Twitter spiegelt. Denn was dem Facebook sein „Tattoofrei“ (oder z.B. „Snickers für Linkshänder“) sind z.B. dem Twitter seine Accounts wie Ronaldo’s Moth (eine Hommage an die Motte aus dem EM-Finale 2016).
  • 3. Sei wachsam und aktiv
    Social Media ist schnelllebig, da erzähle ich dir nichts Neues. Und wenn du erst eine Woche später auf eine der vielen Steilvorlagen in den Netzwerken reagierst, kann das EINMAL auch ganz witzig sein (wenn es denn überhaupt noch gesehen wird). Aber spätestens beim zweiten Mal bringt dir das keine weiteren Sympathiepunkte ein.Social Media ist eben kein Beiwerk deiner PR- oder Marketing-Abteilung. Es ist (ich sage es noch mal) eine Haltung im gesamten Unternehmen.

Habe ich schon erzählt, dass du mich buchen kannst? Gegen gute Bezahlung helfe ich FAST jeder Marke gern, Social Media zu verinnerlichen. 😛

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Screenshots: Facebook/Twitter

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